16.03.2026

Unter der Überschrift "Krasse Gegend" macht die Lausitz ihren Strukturwandel vom Bergbaurevier zur Modellregion sichtbar. An der neuen Medizinischen Universität in Cottbus traf sich der Vorstand des DBfK Nordost Mitte März für ein Arbeitswochenende.
Der DBfK Nordost ist überall dort präsent, wo er die die Interessen von Pflegefachpersonen vertritt. Nicht nur in Berlin, sondern auch in Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern, wo die dies- und letztjährigen Vorstandsklausuren stattfanden. Aber nicht nur das: Mit vier Mitgliedern, die dort arbeiten, ist Brandenburg im Vorstand des DBfK Nordost sogar etwas überrepräsentiert. Das gilt noch mehr für die Lausitz, wo gleich drei von ihnen wirken.
Das ist kein Zufall. In der bald ehemaligen Braunkohleregion finden derzeit zukunftsweisende Entwicklungen statt, nicht zuletzt in der Gesundheitsversorgung. Rund um die 2024 neu gegründete Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem (MUL-CT) entsteht ein digital unterstütztes Netzwerk neuartiger Versorgungsformen mit Community Health und Primary Nursing sowie interprofessioneller Forschung und Lehre.
Dass Pflege in der Lausitz so eine zentrale Rolle spielt, ist vor allem das Verdienst von Andrea Stewig-Nitschke. Die Pflegevorständin ist Mitglied im DBfK und war am ersten Tag bei der Klausur zu Gast, um die Modellregion vorzustellen. Zuvor hatte sich der Vorstand bereits mit Vorbehaltsaufgaben, Pflegeprozessmodellen und Befugniserweiterung befasst. Im Anschluss widmeten sich die Teilnehmenden der Frage nach ihrer Wirksamkeit im Ehrenamt.
Auf besonderes Interesse stießen Stewig-Nitschkes Ausführungen zur Entwicklung von fünf bis sieben Primärversorgungszentren, nach australischem Vorbild interprofessionell gestaltet. Ein Projekt zum Community Health Nursing ist jüngst in Spremberg gestartet. Der erste Masterstudiengang für Advanced Practice Nursing in der gesamten Hauptstadtregion ist in Vorbereitung.
Nach dem Abendessen in der Cottbusser Altstadt am Samstagabend richtete sich der Blick am Sonntag nach Mecklenburg-Vorpommern und nach Berlin, wo im September der Landtag bzw. das Abgeordnetenhaus neu gewählt werden. Für beide Bundesländer priorisierte der Vorstand die pflegerelevanten Themen und formulierte konkrete landespolitische Forderungen. Der DBfK Nordost wird sie im Laufe des Frühjahrs veröffentlichen und im Wahlkampf mit Vertreter:innen aus Politik und Zivilgesellschaft diskutieren.
Turnusgemäß müsste die nächste Vorstandsklausur 2027 in Berlin stattfinden. Es wäre zu wünschen, dass die Politik in der Hauptstadt bis dahin von der Modellregion Gesundheit Lausitz lernt.
