Es gehört zu unserem Selbstverständnis in der professionellen Pflege, Krankheiten nicht nur zu lindern, sondern auch zu verhindern und Gesundheit zu fördern. Das wird zunehmend schwerer. Der ökonomische Druck und der Versorgungsbedarf wachsen, während sich die gesundheitlichen Folgen planetarer Krisen wie Klimawandel, Artensterben und Umweltverschmutzung immer spürbarer bemerkbar machen. Hitzewellen belasten vulnerable Patient:innengruppen zusätzlich, neue Infektionskrankheiten sind auf dem Vormarsch, Extremwetterereignisse stellen Einrichtungen auf logistische und personelle Belastungsproben. Auch das Gesundheitssystem selbst trägt zum Problem bei: etwa sechs Prozent der nationalen Treibhausgase gehen auf sein Konto.
Als DBfK treten wir für eine Transformation hin zu einem Gesundheitswesen ein, das kurzfristigen Nutzen nicht über eine nachhaltig gute Versorgung von Menschen stellt und Mensch und Umwelt gleichermaßen schützt. Denn gesunde Menschen gibt es nur auf einer gesunden Erde!
Diese Haltung ergibt sich auch unmittelbar aus dem ICN-Ethikkodex (2021):
„Pflegefachpersonen setzen sich gemeinsam dafür ein, die natürliche Umwelt zu erhalten, zu stärken und zu schützen. Sie sind sich der gesundheitlichen Folgen der Umweltzerstörung, z. B. aufgrund des Klimawandels, bewusst. Sie treten für Initiativen ein, die umweltschädliche Praktiken reduzieren, um Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern.“
Daher setzen wir uns dafür ein, dass nachhaltige Prinzipien in Pflegepraxis, Pflegebildung und -politik verankert werden. Zum einen müssen Pflegefachpersonen ihren Beitrag zur Reduzierung von Emissionen und Umweltverschmutzung leisten. Zum anderen gilt es, die Pflegepraxis so zu gestalten, dass sie den wachsenden Herausforderungen durch die Folgen der planetaren Krisen begegnen kann. Dabei liegt in nachhaltiger und klimaresilienter Pflege eine große Chance: Über- und Fehlversorgung abbauen, mehr Präventionsarbeit leisten, Gesundheitsförderung stärken. Dies spart Ressourcen und schützt Patient:innen, Pflegefachpersonen und Umwelt.
Nachhaltigkeit in der professionellen Pflege zu stärken, bedeutet sowohl Gesundheit als auch die Pflege selbst zu stärken. Für den DBfK ist das ein erklärtes Ziel.
Das Projekt BBNE-PfleGe setzt sich dafür ein, Pflege- und Gesundheitsberufe für nachhaltiges Handeln und planetare Gesundheit zu sensibilisieren. Das Projekt bietet dafür bundesweit verschiedene Angebote, die auf die besonderen Herausforderungen der Pflege und Gesundheitsversorgung im Kontext der Klimakrise eingehen.
In der zweiten Projektphase von Juli 2026 bis Juni 2028 verfolgen wir das
Ziel, nachhaltigkeitsbezogene und transformative Handlungskompetenzen
in der Pflege- und Gesundheitsausbildung bundesweit zu stärken.
Berufspädagogische Fortbildung im Umfang von 8 Unterrichtseinheiten, um die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und planetare Gesundheit in der praktischen Ausbildung zu verankern.
(anrechenbar auf die 24 Stunden jährliche Fortbildungspflicht)
Als Inhouse-Schulung für eure Einrichtung.
Themen der Fortbildung:
- Klimakrise und Gesundheitsversorgung
- Planetare Gesundheit, Nachhaltigkeit und Transformation
- Verantwortung der Pflege- und Gesundheitsberufe
- Methoden und Materialien
Meldet euch mit eurer Einrichtung bei Interesse unter BBNE-PfleGe@dbfk.de.
Train-the-Trainer-Fortbildungen im Umfang von 24 Stunden
Zielgruppe: Lehrende und Bildungsverantwortliche in den Pflege- und Gesundheitsberufen
Ziel ist, pädagogisches Personal auf die Vermittlung sowie die curriculare Integration der Themen planetare Gesundheit und Nachhaltigkeit vorzubereiten.
Meldet euch bei Interesse unter BBNE-PfleGe@dbfk.de.
Unterstützung und Beratung von Institutionen, um Kernaspekte nachhaltiger Pflege und planetarer Gesundheit in Aus- und Weiterbildung fest zu verankern.
Weitere Informationen folgen.
Angebot zur Förderung der Lernortkooperation, um die Vermittlung von Inhalten zu Nachhaltigkeit und planetarer Gesundheit zwischen den verschiedenen Lernorten besser aufeinander abzustimmen.
Weitere Informationen folgen.
Regelmäßige Online-Informations- und Austauschveranstaltungen, in denen aktuelle Fragestellungen und thematische Schwerpunkte zu Nachhaltigkeit und planetarer Gesundheit in den Pflege- und Gesundheitsberufen vertieft werden.
Weitere Informationen und Termine folgen.
Eine digitale Lehr-Lern-Plattform, die Lehrenden und Lernenden eine flexible und eigenständige Auseinandersetzung mit den Themen Nachhaltigkeit und planetare Gesundheit ermöglicht.
Weitere Informationen folgen.
Eine bundesweite Fachtagung, die Expert:innen aus Wissenschaft, Bildung und Praxis zusammenbringt, um die Chancen der beruflichen Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie die Bedeutung von planetarer Gesundheit für die Pflege- und Gesundheitsberufe zu diskutieren.
Save the date: 17. Juni 2027 in Berlin
Weitere Informationen folgen.
Das Projekt BBNE anschaulich erklärt:
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Das Projekt wird von einem starken Verbund getragen aus:
Für weitere Informationen, Rückfragen oder bei Interesse an einer Fortbildung bei deinem Träger schreib uns eine E-Mail an:
BBNE-PfleGe@dbfk.de
Du interessierst dich für die Arbeit in der AG Nachhaltigkeit im DBfK oder möchtest selbst gern mitarbeiten? Dann melde dich bei Sarah Fliesgen, Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz: flsgndbfkd
Neuveröffentlichung – Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Pflege (Büker/Latteck)
Die Publikation soll für eine globale Sicht auf Gesundheit (Planetary Health) sensibilisieren und die Bedeutung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Pflege hervorheben. Sie fördert Wissen und lösungsorientierte Handlungskompetenzen und richtet sich an Pflegepraxis, Organisationen, Gesellschaft, Pflegewissenschaft sowie Selbstpflege.
Erschienen im Kohlhammer Verlag: Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Pflege
DBfK-Broschüre Pflege im Umgang mit dem Klimanwandel
S1-Leitlinie Nachhaltigkeit in der Intensiv und Notfallmedizin
NAHT Projekt - Nachhaltiges Handeln in der pflegeberuflichen Bildung: Curriculare Integration von Planetary Health und digitaler Kompetenz
NAPIK Nachhaltig pflegen im Krankenhaus - Zusammen entwickeln und erproben das Klinikum Karlsruhe, die PH Freiburg und das Deutsche Krankenhaus Institut im ESF-geförderten Projekt „Nachhaltig pflegen im Krankenhaus“ ein Innovationsmodell für Nachhaltigkeit der Pflege im Krankenhaus.
Green Guide for Nursing - Das Projekt hat das Ziel, transformatives Wissen und lösungsorientierte Klimakompetenz bei Pflegestudierenden zu schaffen und das Thema nachhaltig in Lehre und Praxis zu verankern.
MODINA Krisenresilienz durch Pflegekompetenz - Integration von Kompetenzen zum Krisen- und Katastrophenschutz in die pflegerische Ausbildung.
Hitzeschutz in der Pflege: Lehr- und Lernmaterialien für Schule und Praxis (HiP) - Entwicklung eines Moduls „Hitzeschutz“ nach den Empfehlungen der Rahmenpläne der Fachkommission nach PflBG.
AWO „Klimafreundlich Pflegen“ - Das Projekt „klimafreundlich pflegen – überall!“ ist von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) initiiert und hat das Ziel, alle zugehörigen stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und Altenpflege bis 2040 klimaneutral zu gestalten.
ÖKONAPP - Die Stiftung viamedica entwickelt mit dem Projekt ÖkonaPP ein innovatives Konzept für stationäre und teilstationäre Pflegeeinrichtungen, das ökologische Nachhaltigkeit einfach umsetzbar macht.
Interview in der ARD-Audiothek: Lunchtalk „Soup & Science“ mit Cornelia Heinze, Professorin für Pflegewissenschaft an der EHB Berlin und Mitglied in der AG Nachhaltigkeit zum Thema Wie gelingt Hitzeschutz in der Pflege?
Mit dem Hitzeschutz speziell in der ambulanten Pflege beschäftigt sich eine ausführliche Analyse des ZQP.
Hitzebelastung von beruflich Pflegenden: Vortrag von Dr. Julia Schoierer, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, LMU München/Agentur ecolo, Bremen (Informationsveranstaltung am 6.6.2024)
Hitzeinformationen und Hitzewarnungen: Vortrag von Prof. Dr. Andreas Matzarakis, Professur für Umweltmeteorologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Informationsveranstaltung am 6.6.2024)
Hitzeservice.de bietet einen guten Überblick über Maßnahmen, Hitzeschutzpläne und Anlaufstellen für Kommunen, aber auch für Einrichtungen und Einzelpersonen.
Hitze.Info der Deutschen Allianz für Klimawandel und Gesundheit bietet eine Fülle von Informationen und Materialien, u. a. ein aktuelles Kommunikationskonzept zur Ansprache von Risikogruppen.
Higela ist ein Hitzeresilienzprojekt des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK), der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) für die stationäre Altenpflege. Workshop- und Informationsveranstaltungen unterstützen bei der Entwicklung von Maßnahmen, die Bewohner:innen und Beschäftigte bei Hitze entlasten.
Handlungsempfehlungen des Bundesumweltministeriums für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit.
Video der Pflege-Azubis für Klimaschutz - Katholische Schule für
Pflegeberufe Duisburg
Das LMU-Klinikum München hält Bildungsmodule und Lerneinheiten für Pflegefachpersonen bereit.
Projekt MODINA: Materialien für Disaster Nursing in der Ausbildung
NahtToolKit: Qualifizierungskonzept zum Thema Nachhaltigkeit und Planetare Gesundheit für Praxisanleitende in der Pflege
Stellungnahme des Deutschen Pflegerates e. V. (DPR) zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) der Bundesregierung Weiterentwicklung 2024
Positionspapier der Deutschen Plattform für Globale Gesundheit (DPGG)
Hitzeschutz im Kontext von Klimawandel und Arbeitsschutz - Referentin: Lilly Leppmeier (BGW) Juni 2026
Hitzeschutz in der ambulanten Pflege - Referentin: Dr. Heidi Oschmiansky (DRK-Generalsekretariat e.V) - Juni 2026
Prävention und Hitzeschutz durch Community Health Nursing - Referentin: Bettina Stange (CHN), Vortrag vom 5.6.2025
Kommunale Hitzeaktionsplanung und die Schnittstelle zum einrichtungsbezogenen Hitzeschutz - Referent:innen: Katharina Voß & Dr.-Ing. Raphael Sieber (LZG.NRW), Vortrag vom 5.6.2025
Klimaschutz in der Pflege - wie geht das? - Referentin: Julia Maier (AWO), Vortrag vom 2.2.2022
Klimaschutz in der Pflege - Praxistipps aus dem Projekt KLIK green - Referentin: Eva Loy (BUND Berlin e.V.), Vortrag vom 2.2.2022
Klimawandel und Gesundheit - Hitzeanpassung im Gesundheitsbereich - Referentin: Dr. Julia Schoierer (Institut für Arbeitsmedizin der LMU München), Vortrag vom 23.9.2021
Planetary Health - Vortrag von Prof. Dr. Dr. Sabine Gabrysch (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK)/Charité Berlin) vom 6.9.2022 (Video)
Klimaneutraler Gesundheitssektor 2035 - eine Initiative von Praxen, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Apotheken, Krankenkassen und weiteren Einrichtungen.
KLUG e. V. (Klimwawandel Und Gesundheit) - bundesweite Allianz mit Planetary Health Academy und viele Fachinformationen.
Health For Future - unter dem Dach von KLUG in einzelnen Ortsgruppen organisiert.
Health Care Without Harm (HCWH) - europaweites Netzwerk aus dem Gesundheitssektor mit Nurses Climate Challenge
Klima-Mensch-Gesundheit ist die offizielle Informationsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), auf der sich Erklärvideos, Flyer, Broschüren, Infografiken und Unterrichtsmaterialien finden.
KLiK Green - Krankenhaus trifft Klimaschutz Durch das Projekt KLIK Green erhielten 250 Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen die Möglichkeit, sich aktiv für den Klimaschutz zu engagieren. Dabei ist ein Leitfaden für Klimamanger:innen entstanden.
Klima Allianz Deutschland - Die Klima-Allianz Deutschland ist das breite gesellschaftliche Bündnis für den Klimaschutz. Mit rund 150 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Religiösen Gemeinschaften, Entwicklung, Bildung, Kultur, Gesundheit, Verbraucherschutz, Jugend, Soziales und Gewerkschaften setzt sie sich für eine ambitionierte und sozial gerechte Klimapolitik auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein.
Deutsches Klima Konsortium (DKK) - liefert Basisfakten zum Klimawandel und Forderungen an die Politik.
Viamedica Stiftung - nachhaltige Balance zwischen Medizin, Mensch und Natur, verschiedene Kampagnen wie z.B. „Klimaretter“ oder „Klinergie“ und Materialien wie Energiesparfibel und Antibiotika-Pass.
ProVeg international (ehemals Vegetarierbund e. V.) - spendenbasierte Trainings und Workshops für Mitarbeitende von Gesundheitseinrichtungen.
ICN. (2021). Der ICN-Ethikkodex für Pflegefachpersonen. Abruf am 28.12.2024 von https://www.dbfk.de/media/docs/newsroom/publikationen/ICN_Code-of-Ethics_DE_WEB.pdf
ExpertInnenrat „Gesundheit & Resilienz“. (2024a). 5. Stellungnahme „Klimawandel und Gesundheit: Zusammen Denken, Systemgrenzen Überwinden“. Abruf am 27.12.2024 von https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975196/2316964/b447f13789821257f713312a15cda3e5/2024-10-22-expertinnenrat-stellungnahme-5-data.pdf?download=1
Steinhöfel, C., & Herzberg, J. (2024). In Möglichkeiten denken: Pflegeprofession als Weiche zur nachhaltigen Gesundheitsversorgung. iXForum,32(3), 47-49.
Steinhöfel, C., von Croy, K., & Vogel, D. (2023). Klimabezogene Gesundheitskompetenz: Eine originäre Aufgabe für Pflegefachpersonen. In V. Scherenberg & J. Pundt (Eds.), Klima- und Gesundheitsschutz: Planetary-Health-Lösungsansätze (1 ed., pp. 315-330). APOLLON University Press.
The Lancet Countdown on Health and Climate Change. (2024). Policy Brief für Deutschland. Abruf am 04.11.2024 von https://klimagesund.de/wp-content/uploads/2024/10/LCD-Policy-Brief-fuer-Deutschland.pdf